Fachlektorat für Tibet und Buddhismus

 

Ich redigiere fachkundig Ihren Text zu Tibet, Buddhismus oder verwandten Themen, 

  • damit Verschreibungen von Fachbegriffen schnell erkannt werden (Welcher korrekte Begriff steckt hinter Bodhistatva?*),
  • damit Halbwissen erkannt, überprüft und korrigiert wird (Bedeutet om mani padme hum wirklich „O Juwel im Lotos“?*),
  • damit die Trennung korrekt ist (Raksha-stal oder Rakshas-tal?*) und die passenden Artikel benutzt werden (Welches Genus haben Begriffe wie Stupa, Sangha, Thangka oder Yak?*),
  • damit mit Fachwissen entschieden werden kann, welche Umschrift oder Namensschreibweise in Ihrem Text angemessen ist (Allein für den Namen des 14. Dalai Lama finden sich die Variationen Tenzin Gyatso, Tendsin Gyatso, Tendzin Gyatso, Tendzin Gyantso, Tendzin Gyatsho).

Ich korrigiere Ihren Text als Word Dokument oder im PDF-Format. Gerne bespreche ich Ihr Textprojekt mit Ihnen und biete Ihnen ein kostenloses Probelektorat an. Sobald ich den Gesamtaufwand der Bearbeitung abschätzen kann, mache ich Ihnen gerne ein verbindliches Angebot zu Leistungen, Preis und Zeitraum. 

 

Vielleicht möchten Sie nur bestimmte fachspezifische Bereiche aus dem Lektorat auslagern? Gerne überprüfe ich auch Glossare, lese Korrektur, verfasse für Sie Texte oder übernehme andere Arbeiten am Text.

 

Ich freue mich auf Ihre Anfrage.

 

Tibetische Gebetsfahnen mit tibetischen Gebetstexten und tibetischer Schrift

*Antworten zu Verschreibung, Halbwissen, Trennung und Genus

Welcher korrekte Begriff steckt hinter Bodhistatva?

Hinter der Verschreibung Bodhistatva steckt der schöne und bedeutungsvolle Sanskrit-Begriff Bodhisattva. Bodhi bedeutet „Erwachen“ und sattva „Wesen“. Ein Bodhisattva ist also ein „Erwachenswesen“, ein Wesen, das ins Nirvana (Erlöschen) eingehen könnte, aber aus Mitgefühl weiterhin in der samsarischen Welt weilt, bis alle anderen Wesen aus dem Leid des Daseinskreislaufs herausgeführt sind. Das Bodhisattva-Konzept ist eng verbunden mit dem Mahayana-Buddhismus, der Begriff selbst hat im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Bedeutungsnuancen erfahren.

Als die Tibeter im 7./8. Jahrhundert die buddhistischen Schriften ins Tibetische zu übersetzen begannen, mussten sie sich – genau wie europäische und amerikanische Übersetzer heute – entscheiden, wie sie die Schlüsselbegriffe darstellen. Im Allgemeinen übertrugen sie diese – anders als europäische und amerikanische Übersetzer – in ihre Sprache, manchmal in direkter Übersetzung, manchmal in interpretierender. Bodhi, „Erwachen“, übersetzten sie mit dschang-tschub (tib. byang chub), „(von allem, was Leiden erzeugt,) bereinigt“-„(alles, was an Qualitäten benötig wird,) verinnerlicht“. Sattva übersetzten sie mit sem (tib. sems), „Geist/Wesen“. Und mit der Hinzufügung der Silbe pa (tib. dpa‘), „Held/heldenhaft“, betonten sie noch einen weiteren Aspekt eines Bodhisattvas, das „heldenhafte“ längere Verweilen im Leidvollen zum Wohle aller Wesen.

Bedeutet om mani padme hum wirklich „O Juwel im Lotos“?

Es stimmt, dass das Mantra om mani padme hum die Sanskritwörter für „Juwel“ und „Lotos“ beinhaltet, unklar ist allerdings ihr grammatisches Verhältnis. Es gibt verschiedene Deutungen wie „Juwel im Lotos“, „Juwel und Lotos“ oder „O Juwelen-Lotos“, aber alle weisen grammatische oder inhaltliche Probleme auf. Sicher ist, dass das Mantra Avalokiteshvara, dem Bodhisattva des Mitgefühls, zugeordnet ist.

Die Silben om und hum stehen häufig am Anfang beziehungsweise am Ende von Mantras. Auch wenn sie eine tiefe spirituelle Bedeutung haben, werden sie nicht übersetzt oder nur durch die Anrufung „O“ ausgedrückt.

Rakshastal oder Rakshastal?

Ohne die Kenntnis der einzelnen Wörter in ihrer Originalsprache können zusammengehörige Silben leicht auseinandergerissen werden. Rakshastal ist der Name eines der beiden südlich des Kailash gelegenen Seen. „Rakshas“ ist die Bezeichnung für eine Dämonenart aus der indischen Mythologie. „Tal“ bedeutet „See“. Die Trennung muss also Rakshas│tal, Dämonen│see, lauten. Der See wird mit dem Dämonenkönig Ravana in Verbindung gebracht.

Welches Genus haben Begriffe wie Stupa, Sangha, Thangka oder Yak?

Wenn die Wörter Stupa und Sangha im Deutschen benutzt werden und ein passender Artikel gefunden werden soll, kommen zwei Prinzipien zum Tragen: das Genus in ihrer Ursprungssprache Sanskrit (bei beiden Maskulinum) und, wenn vorhanden, das Genus des deutschen Übersetzungsbegriffs. „Stupa“ wird im Allgemeinen nicht übersetzt. Manchmal werden die Begriffe „Grabhügel“ oder „Reliquienschrein“ eingesetzt. Ein Artikel zu „Stupa“ sollte immer im Genus Maskulinum sein. „Sangha“ bedeutet „Versammlung“ im Sinne von „Gemeinde“. In Fachtexten sollte der Artikel nach dem Ursprungsprinzip gewählt werden: „der Sangha“. Manchmal, besonders in buddhistischen Zentren, wird in Anlehnung an die Bedeutung „die Versammlung“ regelmäßig „die Sangha“ verwendet. Auch das ist korrekt und in diesen speziellen Fällen passend.

Wie ist es nun im Tibetischen? Das Wort Thangka hat kein Genus und keine eindeutige Übersetzung. Wenn ein deutscher Begriff dafür benutzt wird, dann meistens „Rollbild“. Entsprechend dazu hat sich der Gebrauch von „das Thangka“ durchgesetzt.

Das tibetische Wort Yak hat ebenfalls kein Genus, aber es bezeichnet nur die männlichen Tiere. Die weiblichen werden „Dri“ genannt. Nach Möglichkeit sollten in Texten die Begriffe für männliche und weibliche Tiere auseinandergehalten werden, zum Beispiel „Die Milch der weiblichen Tiere sie werden Dri genannt ist sehr fetthaltig“. Der Duden erlaubt als Artikel für „Yak“ neben „der“ auch „das“. In Fachtexten sollte immer der Artikel im Maskulinum verwendet werden. Als deutsches Wort wird für den domestizierten Yak auch „Grunzochse“ verwendet.